EM2N - MATHIAS MÜLLER + DANIEL NIGGLI


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Architekten, Zürich







EM2N











Hinter EM2N, dessen Name noch die Initialen zweier früh abgesprungener Partner in sich trägt, verbirgt sich ein aufstrebendes Schweizer Architekturbüro, das von Mathias Müller und Daniel Niggli mitgegründet wurde. Die beiden haben sich während des Studiums an der ETH Zürich kennen gelernt. Seit der Gründung des Büros im Jahre 1997 hat sich das Unternehmen rasant entwickelt. Von den mittlerweile über 40 Mitarbeitern stammen über 50 Prozent aus Deutschland, Spanien und Skandinavien. Diese Durchmischung widerspiegelt den Schmelztiegel-Charakter des Zürcher Langstrassen-Quartiers, in dem das erfolgreiche Architekturteam seine Büros bezogen hat. Seit den Anfängen lädt die international tätige Firma junge Architekten aus ganz Europa für Vorträge über ihre neusten Projekte ein, so knüpften sie schon früh ein breites Netzwerk.

EM2N fallen immer wieder durch Wettbewerbserfolge und Realisationen auf. Sie verfolgen unkonventionelle Ansätze in der Organisation ihres Architekturbüros: Offene Bürostrukturen und das frühe Einbeziehen von anderen Disziplinen verleihen ihnen eine grosse Durchsetzungskraft. Ihr Erfolg und ihre starke Positionierung bezeugen eine gut funktionierende Teamarbeit und ihre Offenheit gegenüber Neuem. EM2N pflegt laut Mathias Müller keine Architektursprache. „Vielmehr versuchen wir am Anfang jedes Projektes, unseren Auftraggeber und uns selbst zu überraschen.“ Im März 2006 entschieden sie und ihre Mitarbeiter den Wettbewerb um die Umnutzung des Zürcher Toni-Areals für sich – dort soll ein für Schweizer Verhältnisse gigantisches Bildungs- und Kulturzentrum inklusive mehrerer Hochschulabteilungen entstehen – und liessen dabei die international bekannte Konkurrenz hinter sich. Industriecharme und Raum für kulturelle Veranstaltungen bleiben dem Gebäude dank dem Architekturkonzept von EM2N erhalten. Dabei wird die Lastwagenrampe zum öffentlichen Boulevard, der die verschiedenen Studiengeschosse mit der riesigen Kulturterrasse auf dem Dach verbindet. Kurz zuvor hatten sie den Zuschlag für den Bau von 130 Wohnungen in Prag erhalten, und in Südkorea erschien eine dicke Publikation über ihr bisheriges Schaffen. Das Architektenteam zog aber auch mit den sogenannten Interventionen wie beispielsweise für den Bahnhof Hardbrücke (2005-2007) oder das Projekt Viaduktbögen in Zürich (2003-) die Aufmerksamkeit auf sich. Zu den weiteren laufenden Projekten gehören ein Geschäfts- und Wohnhaus in Prag, die Erweiterung des Schweizerischen Filmarchivs bei Lausanne und ein Kongresszentrum für Thun.

2006 hat EM2N mit dem Theater 11 in Zürich eine Musicalbühne geschaffen, die gekonnt Theater- und Architekturideen verwebt, und wurde dafür vom Architektur- und Designmuseum Chicago Athenaeum mit dem International Architecture Award 2007 ausgezeichnet.

EM2N rührt mit der grossen Kelle an und verfällt nicht in Detaildiskussionen und Exkurse über Oberflächenbeschaffenheit. Statt architekturhistorische Referenzen zu wälzen und ausgeklügelte Proportionen zu zeichnen, nähern sie sich einem Gebäude pragmatisch und entwickeln Strategien, um ihre Bauten realisierbar zu machen – ihre Häuser reflektieren diesen Prozess und geben ihm eine Form. „Architektur soll Position beziehen, sie darf sexy sein, verführen und anecken, geliebt und gehasst werden“, so das Credo von EM2N. Nicht nur damit, auch mit dem mit ihrer Architektur einhergehenden „Lifestyle“, unterscheiden sich Mathias Müller und Daniel Niggli vom Grossteil ihrer Schweizer Kollegen. Mit ihrem frechen, klaren Touch und grosszügigen, prägnanten Gesten erreichen EM2N mit enorm wenig enorm viel.

EM2N
Theater 11 Zürich

Stand: 27.5.2008
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