THEMA 2008

A R C H I T E K T U R & B R A N D I N G
Oder die Suche nach dem Garten Eden.



Die Architekturgespräche Luzern haben mit Erfolg stattgefunden.
Hier die Eindrücke dazu:
Bilder zur Veranstaltung Schlussbericht



Spätestens Bilbao hat bewiesen, dass Architektur als zentraler Bestandteil einer umfassenden Brandingstrategie für Unternehmen, Standorte und selbst für Architekten äusserst erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Tate Modern in London von Herzog & de Meuron, das Jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind, Jean Nouvels Kultur- und Kongresszentrum in Luzern, die BMW Welt in München von Coop Himmelb(l)au, das neue Mercedesmuseum in Stuttgart von UN Studio, sowie die legendären Prada Stores von OMA in New York und Los Angeles sind nur einige gelungene Beispiele dafür, wie Architektur als dreidimensionaler „Markenerlebnisraum“ wirken kann.

Um das Image eines Unternehmens oder eines Standortes zu verbessern, werden oft namhafte Architekten beauftragt, deren Ruf das finanzielle Risiko minimieren und gleichzeitig die internationale Anerkennung ankurbeln soll. Die Stararchitekten scheinen einerseits eine Architektur zu garantieren, die für Investoren weniger riskant ist. Andererseits aber ist die Tendenz zu beobachten, dass der Ikonenbau immer weniger Bezug auf seinen tatsächlichen Standort und ihre Umgebung nimmt. Die Gleichsetzung von Branding mit führenden Markenarchitekten birgt die Gefahr, dass sich die Gesichter der Städte trotz ihrer kulturellen Unterschiede immer mehr gleichen, auf gewisse Art austauschbar werden. Hier zeigt sich der immer grössere Einfluss internationaler Konzerne auf die Stadtlandschaft und der Konflikt zwischen Standortpromotern und Städteplanern mit ihren heute oftmals widersprüchlichen Interessen sehr deutlich.

Gerade in einer Welt, in der die Schnelllebigkeit dominiert, muss Branding deshalb neu definiert werden, um wieder eine Architektur zu schaffen, die die langfristigen Ziele der Stadtentwicklung berücksichtigt und die Einzigartigkeit der Orte, an denen sie entsteht, respektiert. Heute ist eine Architektur gefragt, die nicht nur kurzfristig Aufmerksamkeit erregt, sondern der es gelingt, eine beständige Identität zu schaffen, die auch dann erhalten bleibt, wenn der Inhalt der Bauten mit der Zeit ein anderer wird.

Quelle: Kl!ngmann Architects & Brand Consultants


Programm und Referenten



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