MIKE GUYER, GIGON/GUYER ARCHITEKTEN
Die beiden Architekten Annette Gigon und Mike Guyer gehören in der Schweiz und darüber hinaus zu den ersten Nennungen, wenn es um zeitgenössische Architektur geht. Gigon/Guyer Architekten ist schnell zu einem Markenzeichen geworden. Seit dem Kirchner-Museum in Davos (1992) gelten sie als Protagonisten des zeitgenössischen Museumsbaus. Die Erweiterung für das Kunstmuseum Winterthur (1995) und die Sammlung Reinhart (1998), ebenfalls in Winterthur, das Liner Museum in Appenzell (1998) und das Museum Varusschlacht im niedersächsischen Kalkriese (2002) zeugen von ihrer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dieser Bauaufgabe. So haben sie nahe der Côte d’Azur auch einen Neubau „Espace de l’Art“ für die von Gottfried Honegger und Sybil Albers zusammengetragene Sammlung konkreter Kunst (2003) und in Wichtrach bei Bern ein Depot für eine Galerie (2003) realisieren dürfen.
Immer wieder haben sich Gigon und Guyer mit der Durchdringung von Architektur und Natur beschäftigt: Die Betonkuben der Sammlung Reinhardt auf dem Römerholz in Winterthur wirken durch die Beimischung von Pigmenten wie Sediment; und beim Ausbildungszentrum Appisberg oberhalb von Männedorf wählten die Architekten gemeinsam mit dem Künstler Harald F. ein giftiges Grellgrün, das die Farben von Rasen und Blumen erst ins rechte Licht rückt. Grelle Farben setzten sie beispielsweise auch bei der Gestaltung des Hörsaals der Uni Zürich ein. Beim Kirchner-Museum verwendeten sie Glas in verschiedener Gestalt, das wie eine Transformation von Eiskristallen wirkt. Bei aller formalen Zurückhaltung ist ihnen mit dem Turm L’Espace de l’Art Concret in Mouans-Sartoux (Frankreich) erneut ein Gebäude gelungen, das mit repetitiven Elementen eine faszinierende räumliche Vielfalt entstehen lässt. Zu ihren weiteren Projekten gehören diverse Wohnbauten, wie z.B. eine Überbauung in Genf und das «Pflegi» in Zürich sowie der Bahnhofskomplex in Baar (Eröffnung 2008), der Neubau für das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern (Eröffnung 2009), ein Kunstzentrum mit Wohn- und Bürogebäuden im Löwenbräuareal in Zürich (Eröffnung 2010) sowie das vorläufig höchste Hochhaus in Zürich – der Prime Tower. Schon in der Entwurfsphase wird der 126 m hohe Prime Tower in Zürich West mit Superlativen wie „herausragend“ und „hochkarätig“ bedacht. Auf die Eröffnung dieses Baues 2011 darf man gespannt sein. Weiterführende Informationen zu diesem Projekt finden Sie in der Biografie von Peter Lehmann, Swiss Prime Site. >>>
Der in Columbus, Ohio geborene Architekt Mike Guyer studierte an der ETH Zürich Architektur bei Dolf Schnebli. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er im Architekturbüro OMA/Rem Koolhaas in Rotterdam (1984 – 1987). Noch während einer einjährigen Assistenz an der ETH Zürich (am Lehrstuhl Hans Kollhoff) gründete er 1987 ein eigenes Architekturbüro. Seit 1989 führt Mike Guyer erfolgreich das Architekturbüro Gigon/Guyer, zusammen mit Annette Gigon. Guyer ist gegenwärtig Gastdozent an der ETH Zürich.
Gigon/Guyer Architekten
Prime Tower, Zürich
Kirchner Museum, Davos
L’Espace de l’Art Concret, Mouans-Sartoux (FR)
Stand: 27.5.2008